13.10.2020

Was ist eigentlich ... Thesaurierung?

Sind Sie (in der Welt der Fonds) bereits auf den Begriff „Thesaurierung“ gestoßen und haben sich gefragt was sich dahinter verbirgt?

Thesaurierung klingt erstmal nach einer Dinosaurier Spezies, ist aber kein Begriff aus der Tierwelt, sondern aus der Welt der Finanzen. Der Begriff Thesaurierung wird im Zusammenhang mit Fonds verwendet.

Es handelt sich um ein Unterscheidungskriterium von Fonds: Ausschüttende oder thesaurierende (= akkumulierende) Fonds.

Wenn ein Fonds sich gut entwickelt, können die erwirtschafteten Erträge entweder in Form von Gewinnen an die Anleger ausgeschüttet werden oder die Erträge werden, zwecks Reinvestition in den Fonds, einbehalten und erhöhen somit das Fondsvermögen. Dadurch gewinnen die Anteile thesaurierender Fonds schneller an Wert als die der ausschüttenden Fonds.

Aber ist es für einen Anleger von Relevanz, ob es sich um einen ausschüttenden oder thesaurierenden Fonds handelt?
Die Fonds sind nicht gezwungen die erwirtschafteten Erträge an die Anleger auszuschütten. Jeder Fonds kann die Erträge je nach Satzung bzw. Geschäftsbedingungen ausschütten oder einbehalten (thesaurieren). Viele deutsche Fonds schütten die Erträge jährlich aus, amerikanische Fonds schütten diese häufig quartalsweise oder sogar monatlich aus. Doch stellen diese verschiedenen Strategien der Ausschüttung keinen Unterschied für den Anleger dar, weil die Wertentwicklung davon völlig unberührt bleibt. Am Ausschüttungstag wird der Anteilswert des Fonds um den ausgezahlten Betrag an den Anleger korrigiert. Im Grunde wird das Geld von der linken in die rechte Tasche verschoben. Somit ist es für die Wertentwicklung des Fonds irrelevant, ob und wie viel ausgeschüttet wird.

Was aber von Relevanz für den Anleger ist, sind die durch Ausschüttungen anfallende Verwaltungskosten, die bei einem thesaurierenden Fonds ausbleiben. Kosten im Zuge der Ausschüttung für die Berechnung, Veröffentlichung, Überweisung etc. gehen zu Lasten des Fonds, also wird indirekt der Anleger belastet. Für die Steuerpflicht spielt es keine Rolle, ob es sich um einen ausschüttenden oder thesaurierenden Fonds handelt.

Abschließend ist jedoch festzuhalten, dass der Anleger sich von den Ausschüttungen nicht beeinflussen lassen sollte. Hat der Anleger Anteile bei einem ausschüttenden Fonds erworben und benötigt zum Ausschüttungstermin den Betrag, dann lässt er sich diesen auszahlen. Hat der Anleger Anteile an einem thesaurierenden Fonds erworben und benötigt Ausschüttungen, kann dieser einen Auszahlplan abschließen, so sind sogar monatliche Auszahlungen möglich, unabhängig von der jährlichen Ausschüttung.

Stand 13.10.2020

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