11.06.2021

Wissen Sie eigentlich … was Betongold bedeutet?

Beginnen wir mal ganz am Anfang. Einer Wirtschaft droht immer das gesamtökonomische Problem der Inflation. Aber worin besteht genau das Problem einer Inflation, dass es gefürchtet wird? Inflation bedeutet inhaltlich die Entwertung des Geldes. Das Wort kommt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie „aufblähen“ – im Falle einer Inflation werden die Preise aufgebläht. Inflation kann als Kettenreaktion skizziert werden: Wenn in einer Wirtschaft, die Nachfrage das Angebot übersteigt, also die Menschen mehr Geld haben als Ware verfügbar ist, dann steigt die Zahlungsbereitschaft seitens der Konsumenten woraufhin die Anbieter ihre Preise erhöhen und damit verliert schließlich das Geld an Wert.

Die große Inflation in Deutschland nach dem ersten Weltkrieg, der 1918 endete, verdeutlicht die möglichen Ausmaße und dramatischen Folgen für eine Wirtschaft. Da der Krieg damals sehr teuer war und die Bevölkerung sehr arm, ließ der Staat einfach immer mehr Geld drucken. Dieses Vorgehen löste aber eine gefährliche Kettenreaktion aus: Während das Angebot an Waren gleichblieb, stieg die Geldmenge dramatisch an, sodass im Ergebnis das allgemeine Preiseniveau konstant stieg und das Geld zunehmend an Wert verlor. Die Kaufkraft verringerte sich dramatisch, die Menschen besaßen zwar Berge von Geld konnten dafür aber immer weniger Waren konsumieren. Es entwickelte sich ein kaum zu stoppender Teufelskreis: Aufgrund der gestiegenen Preise benötigen die Menschen ein höheres Einkommen, diese Kosten können Unternehmen nur durch eine weitere Preiserhöhung bewerkstelligen, und so weiter. Im Jahr 1923 kostete beispielsweise ein Ei unfassbare 320 Milliarden Reichsmark. Das Geld hatte so stark an Wert verloren, dass Kinder es sogar als Spielzeug benutzten und Pyramiden aus Geldbündeln bauten.

Die Inflation in Deutschland um 1923 verdeutlicht, wieso Inflation als drohende Gefahr von Mensch, Unternehmen und Wirtschaft angesehen wird und weshalb Menschen nach Möglichkeiten suchen, sich vor einer Geldentwertung zu schützen. Hier kommt der Begriff Betongold ins Spiel.

Sobald große Mengen Geld in eine Realwirtschaft fließen, droht die Gefahr der Geldentwertung. Ein möglicher Schutz vor der Inflation bieten Investitionen in Sachwerte, also in Geldanalgen die so wertbeständig wie möglich bleiben, das können beispielsweise Aktien, Gold oder Immobilien sein. Aber welche Geldanlage gilt nun als besonders wertbeständig? Die Investition in „Betongold“? Der Begriff Betongold bezeichnet inhaltlich eine Wertanlage in Immobilien und stammt aus den populären Wirtschaftswissenschaften.

Nach der Definition von Duden beschreibt Betongold „Immobilien als (vermeintlich) wertbeständige Geldanlage“. Immobilien werden von Anlegern häufig als Investment gewählt, da diese eine attraktive Rendite versprechen und nach wie vor als stabile und sichere Geldanlage gelten. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um in Betongold zu investieren: Der direkte Kauf einer Immobilie, bspw. eine Eigentumswohnung, der Erwerb von Anteilen eines Immobilienfonds bspw. Anteile des offenen Publikumsfonds „Fokus Wohnen Deutschland“ oder über das Crowdinvesting für Immobilien, hier entscheidet sich der Anleger gezielt für ein bestimmtes Investitionsobjekt. 

Das Wort Beton in Betongold suggeriert diese extreme Beständigkeit des Baustoffs, jedoch ist letztendlich jede Geldanlage, auch Investitionen in Immobilien, mit einem gewissen Risiko verbunden. Solange dies berücksichtigt wird stellen Immobilien aber nach wie vor eine attraktive und sichere Geldanlage dar.   

 

Stand: 11.06.2021

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