Marktexperten sehen positive Fundamentaldaten für Wohninvestments

05. Februar 2026

Investoren, die Kapital in Immobilien anlegen wollen, haben dabei in der Regel einen langfristigen Anlagehorizont und sollten sich bei ihren Entscheidungen daher nicht zu sehr an kurzfristigen Trends orientieren. Stattdessen empfiehlt sich eine Analyse fundamentaler Marktdaten und der daraus ableitbaren mittel- bis langfristigen Entwicklungen als Entscheidungsgrundlage.

Mit Blick auf die deutschen Immobilienmärkte zeigt sich dabei zurzeit ein heterogenes Bild. In dem im Januar 2026 von dem Beratungsunternehmen EY Parthenon veröffentlichten „Trendbarometer Immobilien-Investmentmarkt 2026“ heißt es dazu, das Marktbild sei zum Jahresanfang 2026 weiterhin ambivalent. Bei Büroimmobilien registrieren die Autoren der Studie sowohl im Hinblick auf die Nachfrage als auch auf die Preise bestenfalls eine Stagnation. Selbst in Prime-Lagen rechneten die für das Barometer befragten Experten mehrheitlich nur mit gleichbleibenden Preisen. Im Unterschied dazu würden Wohnimmobilien besonders positiv gesehen, und für diese Nutzungsart rechneten die Befragten fast überall mit steigenden Preisen.

Dass gerade dem Wohnimmobiliensegment eine klare Aufwärtsdynamik bescheinigt wird, erklärt sich vor allem durch die demografische Entwicklung als wesentlichem mittel- und langfristigen Einflussfaktor. Für die kommenden Jahre ist vor allem in den großen Metropolen und Ballungsräumen, aber auch an anderen Standorten mit Wachstumspotenzialen mit einer weiter steigenden Einwohnerzahl zu rechnen. Dieser steht aber schon heute vielerorts nur ein unzureichendes Wohnungsangebot gegenüber. Der ebenfalls im Januar 2026 vom Pestel-Institut gemeinsam mit dem Bündnis „Soziales Wohnen“ vorgestellte „Soziale Wohn-Monitor 2026“ konstatierte ein Rekordhoch beim Wohnungsdefizit in Deutschland. Aktuell fehle es bundesweit an rund 1,4 Millionen Wohnungen, besonders an Sozialwohnungen.

Da der Wohnungsneubau in Deutschland nach wie vor deutlich hinter der Entwicklung der Nachfrage zurückbleibt, dürfte sich die Situation an den angespannten Wohnungsmärkten auf absehbare Zeit nicht wesentlich verändern. In den Ergebnissen des „Trendbarometers Immobilien-Investmentmarkt 2026“ kam deutlich zum Ausdruck, dass die befragten Marktteilnehmerinnen und Marktteilnehmer mit einem weiteren Anhalten der Wohnungsbaukrise rechnen. So geht eine große Mehrheit von 82 Prozent davon aus, dass die Neubautätigkeit trotz einer leichten Erholung bei den Baugenehmigungen deutlich hinter dem Wohnraumbedarf zurückbleiben wird. Und knapp drei Viertel der Befragten rechnen auch nicht damit, dass politische Maßnahmen wie der „Bauturbo“ 2026 ausreichen werden, um die Neubautätigkeit spürbar zu erhöhen.

Für Investoren ergibt sich daraus die Schlussfolgerung, dass Investments in deutsche Wohnimmobilien auch in den kommenden Jahren attraktiv bleiben, weil ein kurz- oder mittelfristiger Abbau der bestehenden Nachfrageüberhänge nicht realistisch ist. Dies lässt sowohl bei den Wohnimmobilienpreisen als auch bei den Mieten weitere Steigerungen erwarten.

Gleichwohl empfiehlt sich bei Wohnimmobilieninvestments ein selektives Vorgehen. Neben der Fokussierung auf Standorte mit positiven demografischen Prognosen sollten vor allem die energetischen Eigenschaften potenzieller Investitionsobjekte sorgfältig geprüft werden. Diese sind nicht nur für die Entwicklung der Betriebskosten, sondern auch im Hinblick auf einen späteren Exit von nicht zu unterschätzender Bedeutung. Objekte mit geringer Energieeffizienz und hohem Sanierungsbedarf treffen bereits heute auf eine deutlich unterdurchschnittliche Nachfrage, und diese Entwicklung dürfte sich in den kommenden Jahren weiter verstärken. Dagegen sind energieeffiziente Neubauten meist besonders stark gefragt und lassen auch künftig attraktive Veräußerungserlöse erwarten.

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